Danksekunde

Das Leben selbst ist ein Geschenk

Es gibt so viele gute Gründe, dankbar zu sein!

Wann sagt man „Danke“? Wenn einem die Tür aufgehalten wird, wenn man etwas geschenkt bekommt, wenn einem jemand etwas Gutes tut. Danke sagt man in der Regel, wenn eine Bitte erfüllt wird, und bei etwas Außergewöhnlichem. Selbstverständliches nimmt man dagegen einfach so an – wortlos, ohne Kommentar. Doch was ist selbstverständlich? Und an was haben wir uns einfach nur gewöhnt? In Deutschland an vieles, denn wir leben in einer Konsumgesellschaft. Da gibt es von vielem mehr als genug: Waren, Freizeitangebote und Informationen im Überfluss. Natürlich können sich nicht alle Menschen alles leisten, aber die allermeisten haben doch mehr als sie brauchen. Die Frage der meisten ist nicht: “Habe ich etwas zum Essen?“, sondern: „Worauf habe ich heute Lust?“.

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Das wissen alle, die von irgendetwas aus der Bahn geworfen wurden – von einer Krankheit zum Beispiel. Es gibt viele Schläge, die einen schmerzhaft an das erinnern, was Jesus mit der Frage anspricht: „Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben nur um eine Stunde verlängern?“ (Bergpredigt Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 27). Jesus blickt hinter die Fassaden des Alltagstreibens und spricht eine ganz elementare Realität an: Das Leben selbst ist ein Geschenk.

Alleine dafür haben wir Grund genug, Gott dankbar zu sein. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere gute Gründe dankbar zu sein: Für die Sonne, die den Tag hell macht. Für eine Mahlzeit, die satt macht. Für ein Lächeln, das froh macht. Für die Stille, die innerlich ruhig macht. Und für vieles mehr. Eigentlich könnte man jede Sekunde einmal „Danke“ sagen, das wären dann 86.400-mal an einem Tag.

Wer dankbar ist, erkennt den Wert von allem. Mit dem Wort „Danke“ auf den Lippen wird man achtsamer für die Mitmenschen, die Umwelt, für sich selbst – und für Gott.
Vieles, das unser Leben ausmacht, liegt nicht in unserer Hand. Wir sind Beschenkte.

Wofür sind Sie in Ihrem Leben dankbar?

Pfarrer Martin K. Reinel, EKHN-Öffentlichkeitsarbeit