Ganz tief im Hinterkopf

Unser Gehirn besteht aus verschiedenen Teilen mit unterschiedlichen Funktionen. Manchmal geht es um Instinkte: Fluchtgedanken werden ausgelöst; oder plötzliche Furcht.

Unter selbstkritischer Betrachtung erkennen wir aber auch Wahrnehmungen als irrational bedeutsam: Ein sehr lautes Lachen am Nachbartisch im Restaurant löst bei der Einen ein Mitlachen aus, einen Anderen ärgert dies. Warum?
Vieles ist gespeichert, tritt in Träumen hervor oder in plötzlich aufblitzenden Erinnerungen. Ein Beispiel aus meiner Kindheit: Zeltmission. Meine ältere Schwester erhielt ein schönes Büchlein geschenkt. Ich aber hatte fast genauso viele Veranstaltungen besucht und ging leer aus. Ich fasste allen Mut zusammen und wurde vorstellig. „Du bist zu klein dafür“, hörten meine verdutzten Ohren. „Zu klein“ für ein Bibelgebetsbüchlein?

Auch Sie erinnern sich an Begebenheiten Ihrer Kindheit. Je älter Sie werden, desto intensiver werden jugendliche Erinnerungen; bis wir im Pflegeheim überwiegend gedanklich in der Vergangenheit leben werden.

Dieses Phänomen wird auch Euch Jugendliche treffen. An was werdet Ihr Euch in zig Jahren erinnern? Das obliegt Eurer Kreativität jetzt. Wenn dermal einst Gehör und Augenlicht versagen werden… was wird in Euren Köpfen herumschwirren? Auch Euch werden Erinnerungen beschäftigen. Welche? Zum Beispiel kann eine christliche Jugendfreizeit prägend sein; das Kennenlernen des/der späteren Partners/ Partnerin; der bewusste Glaubensentschluss. Dazu Erinnerungen an Gelerntes: Das Schwimmen, der DLRG-Rettungsschein, eine lebensbedrohliche Flutwelle.

Das Auswendiggelernte: Wenn Inhalte des Reli-& Konfi-Unterrichtes wirklich verinnerlicht werden, werden sie Euch in späteren Zeiten tragen und trösten.

Zügellose Ausschweifungen in Rausch und Liebe?! Auch sie holen Euch ein. Das Unterbewusstsein speichert alles.

Und Gottes Computer? Wenn wir nach dem diesseitigen Leben vor IHN treten werden, klappt ER sein Laptop auf und… siehe da…in roten Lettern steht hinter jeder Sünde: „Vergeben!“ Zeit unseres Lebens haben wir unsere Fehltritte (auf der Hintergrundfolie des Wortes Gottes) erkannt, bereut, IHM bekannt und um Vergebung gebeten. Jesus hat stets unsere Schuld von uns genommen, uns in ein reines, weißes Gewand gehüllt. ER, unsere Hilfe im Leben und darüber hinaus!

Wer indes nicht in dieser Christusbeziehung gelebt hat, dem schreien alle Glocken des Computers entgegen: „Schuldig, schuldig, schuldig!“ Dann wird aus einem Ewigkeitssonntag der Auferstehungsfreude ein ewiger Todessonntag ohne Hoffnung.

Hebräer Kapitel 12, Verse 1-3: „Darum lasset uns ablegen alles, das uns beschwert, und lasst uns laufen mit Geduld, wie es uns bestimmt ist. Lasset uns aufsehen zu Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens; der viel Widerspruch von Sündern erduldete. Danach setzte er sich zu Gott. Seiner gedenkend lasset Euren Mut nicht sinken.“

Das Kirchenjahr freudig zu vollenden,

wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Storck (Oktober 2018)