Männer

Liebe Leserinnen und Leser!

Männer sind anders, Frauen auch. Während „Grönemeyer“ unter den 34 Eigenschaften der Männer in seinem Lied feststellt, dass Männer einfach nur sonderbar sind, singen die „Ärzte“ darüber, dass Männer mit einem bestimmten Tier aus der Landwirtschaft zu vergleichen sind. Letzte Woche hörte ich einen Beitrag im Radio, dass Männer eine tragende Rolle einnehmen. Sie halten die Kinder, tragen ihre Frau auf Händen und tragen den Müll raus…. Es ließen sich sicherlich noch unzählige weitere Zitate nennen. So unterschiedlich die Menschen auch sind, beim Unterschied zwischen Männern und Frauen ist das nochmal was Besonderes. Wir lieben offensichtlich dieses Klischee-Spiel. All diese ironischen Beiträge haben sicherlich einen berechtigten Hintergrund. Selbstfindungsseminare boomen. N 24 berichtete: Männer suchen Ihre Identität. Deutsche Männer steuern auf einen Konflikt zu. Sie suchen nach ihrer Rolle in der Gesellschaft. Demnach sind eine Vielzahl der Männer unentschlossen oder springen zwischen den Rollenbildern hin und her.

Es finden sich auch in der ev. und kath. Kirche viele Ansätze, die der Unterschiedlichkeit der Geschlechter gerecht werden wollen. So wurde z. B. im Auftrag der Kirchen die Studie „Männer in Bewegung“ erstellt. Laut Statistik meiden Männer die Gottesdienste, aber die Leitungspositionen sind meist von Männern besetzt. In den Gemeinden sind Frauen wesentlich aktiver. Frauen sind die Trägerinnen des Gemeindelebens. In der EKD stehen den 2.600 Männerkreisen mehr als 18.000 Frauenkreise gegenüber! So gibt es einige Autoren, die sich mit dem Thema beschäftigt haben, ob Männer vielleicht anders glauben. Sie hätten andere Zugänge zur Religiosität, ihre Spiritualität hätte andere Formen und Praktiken. Psychologen und Soziologen meinen, Männer könnten nicht über sich sprechen, Männer hätten keinen Kontakt zu ihren Gefühlen, Männer wärenoft hilflos, wenn es um das eigene Innere geht. Pfarrer Christoph Rau z.B. meint, dass die Kirche von weitgehend weiblichen Tugenden wie Liebe, Gnade, Vertrauen, Gemeinschaft, Geborgenheit geprägt ist. In der Kirche müsse man sich auch den männlichen Tugenden mehr widmen. So entdecke man im Neuen Testament einen sehr männlichen Jesus, der Forderungen stellt, der seine Anliegen kompromisslos vertritt, der auch schon mal zur Peitsche greift.

Ich denke, die Spannbreite männlichen Verhaltens ist groß. „Männer“ sind keine einheitliche Gruppe. Von „den Männern“ zu reden, birgt also die Gefahr einer unzulässigen Verallgemeinerung. Um Männer in die Gottesdienste zu holen, braucht es meines Erachtens keine männlicheren Kirchen. Wir sollten öfter in Gottes Wort nachschauen, denn DER der das Leben gab, hat auch die beste Gebrauchsanweisung dazu. Jesus hat die Gemeinde eingesetzt, die sich aus Männern und Frauen, von Alt bis Jung zusammensetzt. Diese soll eine Einheit werden, auch wenn die Leute sehr verschieden sind, nicht nur wegen ihres Geschlechts oder ihres Alters. Es wäre deshalb sicherlich gut, die Grüppchenbildung nicht weiter auszubauen. In dieser Gemeinde soll Gemeinschaft unter der Regie von Christus so gelebt werden, dass jeder seine Rolle findet. In der Gemeinde geht es nicht um Selbstverwirklichung, sondern darum, Gott zu verherrlichen. Auf der Basis der biblischen Lehre sollen Trost, Ermahnung, Erbauung und Dienst erfolgen, so dass die Gemeindeglieder geistliche Entwicklung erfahren. Männer und Frauen sollen erfahren, dass geistliches Leben nicht im Besuch von Gottesdiensten oder dem Singen gefühlvollerLieder erschöpft ist. Nachfolge ist Leben mit Jesus mitten im Alltag. Die Frage zur Selbstfindung des Mannes kann ich dem Umfeld überlassen oder kann es bewusst Gott anvertrauen.

Bei einem Oldtimertreffen sah ich einen guten Bekannten mit der T-Shirt Aufschrift: „Das Beste, was aus einem Mann werden kann, ist ein Traktorfahrer.“

In der Bibel lese ich mehrfach: Das Beste, was aus einem Mann werden kann ist, dass er fromm und gottesfürchtig ist. Was treibt mich, was bestimmt mich? Gut, wenn das Jesus Christus ist. Er selbst hat sich dem Willen Gottes unterstellt und gesagt, dass nichts vom Wort Gottes aufgelöst werden wird. Die Ordnung Gottes ist die rechte Ordnung. Die Liebe zu Gott und seine Liebe zu uns sind der Inbegriff aller göttlichen Ordnung. In Seinem Wort finde ich zum Titelthema, dass Männer zuerst Ehemänner und Väter sein sollen. Die Ehe ist von ihm eingesetzt und sollte die Regel sein. Die Ehe ist ein Bund. Ein Bund ist die an Ernsthaftigkeit nicht zu übertreffende und verbindlichste Form der Hingabe, die die Bibel kennt. Die Liebe von Mann und Frau in der Ehe wird mit der Beziehung von Christus zur Gemeinde verglichen. Die zwei dauerhaftesten Beziehungen, die für einen Menschen möglich sind, beruhen auf einem Bund. Das sind die Beziehung der Gläubigen zu Gott und die Beziehung zwischen Mann und Frau. Weiter sagt uns die Bibel, dass Männer nicht dastehen und zum Himmel schauen, sondern hingehen und aller Welt das Evangelium predigen und wenn nötig auch mit Worten. Der Apostel will, dass die Männer an allen Orten beten und heilige Hände ohne Zorn und Zweifel aufheben sollen (1. Tim.2,8). Damit wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi. Dazu helfe uns Jesus Christus.

Herzliche Grüße,
Werner Brietzke (Juni 2016)