Vor (Nach) – Sorge

„Ihr befristeter Arbeitsvertrag wird vorsorglich gekündigt“, schreibt Ihre Personalabteilung. Die Betriebsleitung blickt sorgsam in ihre eigene Zukunft, sieht schwache Auftragsbestände. Zum Wohle der Firma und ihrer Jahresbilanz entscheidet man sich – wenig fürsorglich – gegen Ihren Verbleib. „Was nützt das mir?“ Fragen Sie mit Tränen in den Augen. Aber womöglich haben Sie das auch schon geahnt und entsprechende Vorsorge getroffen.

Die „Nachsorge“ kennen wir eher aus dem medizinischen Bereich. Zwar gehen wir zu einer Krebsvorsorge, nach einer OP aber dann zur Nachsorge. Hoffen wir, dass beide Arztbesuche keine Sorge bereiten. Weise wäre, gerade in geistlicher Hinsicht, Vorsorge zu treffen. Zwar verstehen sich nur verschwindend wenige Mitmenschen als echte Atheisten, doch antwortet die Mehrheit der Bevölkerung auf die Glaubensfrage nichtssagend substanzlos: „Ich glaube an Gott.“

Es fehlt zumeist die Präzision, der Inhalt. Umfragen zufolge bleibt gar die Mehrheit der Kirchenmitglieder sprachunfähig in den Kinderschuhen des Glaubens stecken. Jesus spricht in Matthäus 10,32: „Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor dem himmlischen Vater.“ Glaube ist folglich nicht nur ein „Für-wahr-Halten“ eines abstrakten Satzes (es gibt einen Gott), sondern das „In-Beziehung-Treten“ zu Jesus Christus.

Wenn wir plötzlich oder vorgewarnt aus diesem Leben scheiden werden, dann kommt es dort auf unsere Vorsorge an: Haben wir hier so gelebt und geglaubt, dass wir dort als Mitbürger des Reiches Gottes registriert sind?
Besitzen wir einen ebensolchen Personalausweis? Oder wird Jesus, wie in dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen in Matthäus 25, 1-13, auch uns gegenüber feststellen müssen: „Ich kenne dich nicht!“

Oder wird Er sagen, wie wir weiter in Matthäus 25 lesen: „Alle Völker werden vor dem Menschensohn versammelt werden und Er wird sagen: Ich bin hungrig, durstig, gefangen gewesen und ihr habt mich aufgenommen; gehet ein als die gerechten in das ewige Leben.“ Ganz konkret Vers 40: „Was ihr hilfreiches getan habt an einem dieser geringsten Geschwister, das habt ihr mir getan.“
(Die Frage, “wer ist mein Nächster“, beantworte ein jeder für sich selber.) Eine Lebensversicherung versichert nicht unser Leben, so wenig wie unsere Krankenversicherung uns vor Krankheit bewahrt. Absolut sicher hingegen: Unsere lebendige Beziehung zu Jesus Christus verschafft uns ein wahrhaft sinnvolles Leben hier und das ewige Leben in absolutem Frieden und Harmonie danach.

Einen heiteren, erholsamen, gesunden, gesegneten Sommer wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Storck (Sommer 2018)